Berliner Psychoanalytische Institute

Berliner Psychoanalytische Institute

Einblicke in die Berliner Institute für Psychoanalyse und Psychotherapie sowie deren Aus- und Weiterbildungsangebote.

Edith-Jacobson-Institut Berlin e.V. (EJI)

Das Edith-Jacobson-Institut, Institut für psychoanalytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Berlin e.V. (EJI) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich insbesondere die Förderung der Analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zur Aufgabe gemacht hat.

Die Mitglieder, die ihrem Institut 2006 den Namen Edith-Jacobson-Institut gegeben haben, sind approbierte Analytische Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (AKJP). Das EJI zählt 120 Mitglieder, die in der Regel in eigener Praxis, in Kliniken, in Schulen oder im Jugendhilfebereich tätig sind. Der Berufsstand profitiert sehr davon, dass seine Mitglieder aus den unterschiedlichsten Grundberufen (LehrerInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen) zur Analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie gefunden haben. Die Auslegung des Psychotherapeutengesetzes durch das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales bringt es heute mit sich, dass LehrerInnen, Rehabilitations- und HeilpädagogInnen der Zugang zur Ausbildung quasi nicht mehr gewährt wird.

Das EJI ist eines von drei Fachgruppeninstituten, die in Zusammenarbeit unter dem Dach des Instituts für Psychotherapie e.V. Berlin (IfP) Aus- und Weiterbildung in Psychoanalyse und Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie anbieten. Die beiden anderen Fachgruppeninstitute sind das Psychoanalytische Institut Berlin e.V. (PaIB) und das C.G. Jung Institut Berlin e.V. (JIB).

Die Ausbildungsgänge sind staatlich anerkannt. Weiterbildungen in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und in Psychoanalyse führen zur Abrechnungsgenehmigung durch die KV. Die Weiterbildungen für ÄrztInnen erfolgen gemäß WBO der Berliner Ärztekammer.

Folgende Aus-/Weiterbildungen im Bereich Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie werden angeboten:

  • Verklammerte Ausbildung, d.h. Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie,
  • Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie,
  • Verklammerte Weiterbildung, d.h. Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für approbierte PP und KJP (Verhaltenstherapie) und Kinder- und JugendpsychiaterInnen,
  • Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie für approbierte PP, KJP und Kinder- und JugendpsychiaterInnen.

Psychoanalytisches Institut Berlin - PaIB

Das Psychoanalytische Institut Berlin (PaIB) ist eines der drei Fachinstitute im Institut für Psychotherapie (IfP). Es bietet eine klassische freudianische Aus- und Weiterbildung in Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie für Ärzte/Ärztinnen und Psychologen/Psychologinnen an.

Neben der freudianischen Psychoanalyse sind v.a. die britischen Objektbeziehungstheorien (Winnicott, Klein, Bion, Sandler) eine wesentliche inhaltliche Orientierung am Institut.

Das PaIB ist ein Ausbildungsinstitut der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV), d.h. es kann eine Ausbildung gemäß den Standards der DPG und darüber hinaus der IPV absolviert werden.

Neben der Funktion als Ausbildungsinstitut ist es ein Mitgliederinstitut. Wissenschaftliche Sitzungen (jeden letzten Mittwoch im Monat) bilden das Herzstück des Institutslebens. Hier treffen sich die Mitglieder zu analytischen Vorträgen, denken beim Clinical Day über eigene schwierige Behandlungsfälle nach oder diskutieren berufspolitische Entwicklungen. Mehrmals im Jahr kommen PsychoanalytikerInnen aus London, Israel oder auch Italien dorthin, um in Supervisionsgruppen an Fällen zu arbeiten. Viele dieser Angebote stehen auch den AusbildungskandidatInnen zur Verfügung. Somit gibt es einerseits eine enge Anbindung an die nationale und internationale Psychoanalyse, aber auch viel Kontakt und Verbindung untereinander. Psychoanalyse wird hier als eine Wissenschaft und Behandlungsmethode betrachtet, die ohne Kontakt und gemeinsame Reflexion mit KollegInnen undenkbar ist.

In verschiedenen Veranstaltungen können Studierende, ÄrztInnen und PsychologInnen mitarbeiten und über Psychoanalyse nachdenken.

C. G. Jung-Institut Berlin e.V.

Das C. G. Jung-Institut Berlin e.V. ist ein psychoanalytisches Aus- und Weiterbildungsinstitut, das sich an der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung (1875 -1961) und deren Weiterentwicklungen orientiert.

Carl Gustav Jung arbeitete zunächst intensiv mit Sigmund Freud zusammen, bis es 1913 zum Bruch kam. Danach ging die Theorieentwicklung unterschiedliche Wege. Jung, der in seiner ärztlichen Tätigkeit als Psychiater in der Klinik Burghölzli in Zürich mit einer anderen Patientengruppe konfrontiert war als Freud in seiner Wiener Privatpraxis, beschrieb schon damals Krankheitsbilder, die heute „frühe und strukturelle Störungen“ genannt werden und entwickelte daraus ein anders nuanciertes Behandlungsmodell. Während Freud eher kausal denkend nach dem „warum“ fragt, hat Jung eher eine finale Betrachtungsweise, die nach dem „wohin“ fragt und weniger den Blick auf das von der Psyche Abgewehrte richtet, stattdessen mehr darauf achtet, was die Psyche in Form einer produktiven Leistung, z.B. in Träumen oder Symptomen kompensiert.

Daraus folgte die Entwicklung einer ressourcenorientierten Haltung, die u.a. die Individuation des Selbst im Mittelpunkt sieht und die im therapeutischen Prozess auf das kreative Potential des Unbewussten zielt.

Das spezielle Ausbildungsangebot des C. G. Jung-Institutes Berlin besteht in der Vermittlung der jungianischen Theorien und ihren Weiterentwicklungen sowie der Bedeutung für die klinische Praxis und bemüht sich insbesondere auch, den Austausch und die Verbindung mit den „klassischen“ psychoanalytischen Ansätzen zu lehren. Bezugspunkte sind hier v.a. die Arbeiten der englischen Schule der Objektbeziehungstheorie.

Der Ansatz der Analytischen Psychologie wird heute in der psychoanalytischen Wissensgemeinschaft überregional durch die Fachgesellschaft „Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie“ (DGAP) vertreten, der das C.G. Jung-Institut Berlin angehört. Die DGAP ist Mitglied der DGPT, des Dachverbandes der unterschiedlichen psychoanalytischen Gesellschaften.

Die von der DGAP und DGPT anerkannte Aus- und Weiterbildung zum/r Psychoanalytiker/in bzw. tiefenpsychologisch fundierten/r Psychotherapeuten/in findet am Institut für Psychotherapie Berlin e.V. (IFP) zusammen mit der Fachrichtung Psychoanalyse und analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapie statt. Das Aus- und Weiterbildungsangebot in Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie richtet sich an Ärzte und Diplom-Psychologen. Es erfüllt die Voraussetzungen der Ärztekammer Berlin für den Erwerb der Bereichsbezeichnungen „Psychoanalyse“ und „Psychotherapie“. Die Ausbildung gemäß Psychotherapeutengesetz (PTHG) erfolgt in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Es ist möglich, sämtliche Teile der psychoanalytischen Aus-/Weiterbildung zu erwerben. Es gibt die Möglichkeit, die Weiterbildung zur/zum Psychoanalytiker/in als 2. Fachkunde in 3 Jahren berufsbegleitend zu erwerben, wenn bereits eine qualifizierte tiefenpsychologisch fundierte Aus-/Weiterbildung vorliegt.

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