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Psychoanalyse und Gesellschaft - 3. OG, Haus2-03

17 Uhr

Kollektiver Zusammenhalt oder Spaltungsgemeinschaften? Die Unfähigkeit zu trauern?

Das kollektive ‘Wir‘ (A. und M. Mitscherlich) unterschlägt die Zerrissenheit der Deutschen vor und nach 1945. Die ‘Ein-Volk- Gemeinschaft‘, Wunschdenken der Nazis, war von Anfang an keine Realität. Vor und nach 1945 gab es mehr oder weniger große ‘Spaltungsgemeinschaften‘, auch Trauergemeinschaften, ein Verbot, öffentlich Trauer zu zeigen angesichts der Verbrechen der Nazis und emotionale Traumatisierungen, die über Generationen spürbar waren.

Prof. Dr. med. Gertrud Hardtmann

 

18 Uhr

Psychoanalytische Gedanken zu Hannah Arendts Leben und Werk. Ausschnitte aus einem Interview von 1964

Referiert werden politische Gedanken von Hannah Arendt und ihrem Mann Heinrich Blücher zu den Elementen totaler Herrschaft und zum Begriff des Bösen unter Bezugnahme auf ihre späteren philosophischen Reflexionen zur denkerischen Tätigkeit des Menschen und seiner Verantwortung. Dazu werden psychoanalytische Betrachtungen zum Begriff der Spaltung ergänzt.

Dipl.-Psych. Louise Schmidt-Honsberg

 

19 Uhr

Die „deutsche Mutter“ und ihr letztes Kind

„Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“: ein Babypflegebuch der NS-Zeit, voll rigider und autoritärer Ratschläge, durchtränkt von NS-Ideologie und noch jahrzehntelang wirkmächtig. Die Verfasserin, Johanna Haarer, war eine glühende Nationalsozialistin. Ihre jüngste Tochter fragt sich in ihren Lebenserinnerungen: Wie passt das, was meine Mutter propagiert hat, zu meinem inneren Bild von ihr? Ein schmerzhafter Prozess der Desillusionierung.

Dr. phil. Rose Ahlheim

 

20 Uhr

Waren Nazi-Täter wirklich "ganz normale Menschen"?  Psychoanalytische Überlegungen

Seit dem Erscheinen des Buches von Hannah Arendt über Adolf Eichmann hat sich ein bestimmtes Paradigma in der Täterforschung herausgebildet. Danach sind die nationalsozialistischen Täter in der Regel "ganz normale Menschen" gewesen, die ohne besondere Motive aus reinem Befehlsgehorsam heraus schwere Verbrechen begangen haben. Diese Perspektive soll anhand konkreter Beispiel psychoanalytisch reflektiert und kritisiert werden.

Priv.-Doz. Dr. phil. Wolfgang Hegener

 

21 Uhr

Starke Führer und die Stimme des Volkes

In den letzten Jahren erleben wir eine unheimliche Wiederkehr politischer Leidenschaften und Übertreibungen, die an den Grundlagen unserer repräsentativen Demokratien rühren: Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Populismus. Der Vortrag versucht die Sehnsucht und Verführung zu ergründen, die viele Menschen ideologischen Gemeinschaften beitreten lässt, sowie den „Genuss“, welchen die Zugehörigkeit zu ihnen offenbar verspricht.

Dr.med. Jens Preil

 

22 Uhr

Politische Traumatisierungen in der DDR – gibt es Heilung oder Linderung? Fallbeispiele.

Der Vortrag stellt verschiedene Bewältigungsformen politischer Traumatisierung im Rahmen psychoanalytischer Therapie vor, z.B. Humor, Reisen, soziale Vernetzung oder auch künstlerische Produktionen. Sie werden in einen theoretischen Kontext gestellt.

Dr. med. Karl-Heinz Bomberg

 

 

 

 

Die Klügste Nacht des Jahres

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